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Literatur ist eine begrenzte Form, der Verein WIR e.V. hat sich seit 1994 auf literarischer Ebene mit den deutsch-polnischen Verhältnissen auseinandergesetzt und in zahlreichen Publikationen, Werkstätten und Lesungen die Grenzen des Mediums weitgehend ausgereizt. Gleichzeitig hat sich durch die rasante mediale Entwicklung der letzten Jahre die Wahrnehmung und Aufnahmefähigkeit einem starken Wandel unterzogen. Immer öfter verschmelzen klassische Medien zu neuen Formen und lassen uns die Welt mit neuen Augen sehen. Mit dem Projekt „RADAR - Mobile Stereotypen Box“ wollen wir den abgegrenzten Wirkungsbereich der Literatur verlassen und in einer neuartigen Art und Weise das Thema behandeln, das schon so viele Jahre im Zentrum der Arbeit des WIR e.V. steht: das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen hier in Berlin. Und bei diesem Experiment wohlmöglich über einen Umweg wieder dorthin gelangen, wo der Ursprung unserer Arbeit liegt, bei der literarisch-künstlerischen Erfassung und Interpretation.
Das Wort Radar ist ein Akronym von Radio Detection and Ranging (etwa: Erkennung und Messung mittels Funkwellen) und ist die Bezeichnung für verschiedene Erkennungs- und Ortungsverfahren und -geräte. Dieser aus der Technik entlehnte Begriff umschreibt in Grundzügen das Vorhaben: die Erkennung und Verortung, nur in diesem Fall sind es keine Flugzeuge oder Schiffe sondern Gedanken, Vorurteile und künstlerische Ausdrucksweisen zum Themenkomplex der deutsch-polnischen Verhältnisse. Das Ziel ist es die mentalen Ströme anzuzapfen, die in der Stadt sowohl bewusst als auch unbewusst fließen. Die Grundfrage ist einfach, wurde oft gestellt und trotz dessen gibt es auf sie keine befriedigende Antwort. Diese Frage ist simpel und lautet:
Was denken Deutsche über Polen und was denken Polen über Deutsche?
Es wird wohl nie eine eindeutige Antwort auf diese Frage geben, doch das Projekt umkreist, gleich dem echten Radargerät, die Gedankenwelt und erfasst, dokumentiert und verdeutlicht.
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